Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte des Bezirksfeuerwehrverbands Lienz. Dazu haben wir für Sie zwei Online-Dokumente zum blättern vorbereitet.

Bezirksfeuerwehrverband Lienz anno 1984 1. motorisierte Löschzug der Feuerwehr Lienz, 1928
Auszüge aus der Festschrift

Gründung

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Die Gründung des Bezirksfeuerwehrverbandes geht auf das Jahr 1884 zurück. Damals gehörten zu dem Verwaltungsbezirk auch die Südtiroler Gemeinden Innichen, Innichenberg, Sexten, Vierschach und Winnebach. Die entscheidende Initiative, die bereits bestehenden Ortsfeuerwehren in einem überge-ordneten Bezirksverband zusammenzuschließen, ging vom angesehenen Innichner Bürger Ludwig Hölzl aus. Der Mitgliederstand der Feuerwehren Lienz, Matrei in Osttirol, Sillian, Leisach und Innichen betrug damals 340 Mann.  Viele tüchtige Verbandsobleute (seit 1890 Bezirksfeuerwehrkommandanten) leiteten den Bezirksverband.

19. Jahrhundert

Beim 6. Bezirksfeuerwehrtag im Jahre 1889 wurde der Offizial des Bezirksgerichtes Lienz, Leander Keibl, zum Verbandsobmann gewählt. Er wurde in den folgenden 28 Jahren zu einer der markantesten Erscheinungen des Feuerwehrwesens in Osttirol. Bis 1900 war der Verband auf 21 Wehren mit 1232 Mitgliedern angewachsen. 1909 wurden bereits 2000 Mann gezählt.

Nach dem 1. Weltkrieg

Mit dem Friedensvertrag von St. Germain 1919 gingen die Südtiroler Mitgliedsgemeinden dem politischen Bezirk Lienz und damit auch dem Bezirksfeuerwehrverband verloren. Im Verband verblieben 35 Wehren mit 1657 Mann. Der Neustart nach dem Ersten Weltkrieg gestaltete sich sehr schwierig. Einen spürbaren Aufschwung gab es erst wieder Ende der Zwanziger Jahre. 1930 besaßen bereits 14 der 38 Feuerwehren eine Motorspritze und 1935 erreichte die Mitgliederzahl mit 2674 Mann einen Höchststand, der erst 1972 mit 2712 Mann wieder erreicht wurde.

Zwischenkriegszeit

Die in der Zwischenkriegszeit so erfolgreich verlaufende Entwicklung des Osttiroler Feuer-wehrwesens brach 1938 abrupt ab. Unmittelbar dem Anschluss Österreichs an Deutschland folgend, wurde der Bezirk Lienz an den Gau Kärnten angeschlossen. Die Feuerwehren wurden aufgelöst und als Feuerpolizeitruppe neu formiert. Während dem Zweiten Weltkrieg ersetzten in vielen Gemeinden die Frauen die zur Wehrmacht eingezogenen Männer.

Nach dem 2. Weltkrieg

1945, nach Kriegsende, wurde der Wiederaufbau des Feuerwehrwesens in Osttirol zügig angegangen. Eduard Unterassinger stellte sich als Bezirksführer an die Spitze der Reorganisation. Ihm und seinen Mitstreitern gelang es viele Heimkehrer für die Feuer-wehren zu gewinnen und schon 1947 wurde der Bezirksfeuerwehrverband wieder in den Landesfeuer-wehrverband Tirol aufgenommen.

... AUF IN DIE ZUKUNFT ...

In den Folgejahren galt es die Kriegsschäden zu beseitigen und die notwendigsten Geräte neu anzuschaffen. 1959, nach 14 Jahren erfolgreicher Wieder-aufbauarbeit, übergab Unterassinger einen geordneten und straff geführten Verband an seinen Nachfolger, den Lienzer Kurt Zuegg. In die Zeit seiner Verbandsführung fallen die Jahre der Hochwasser-katastrophen 1965 und 1966. Der Bezirk und Osttirols Feuerwehren waren über Tage von jeglicher Außenhilfe abgeschnitten. Aus der Zeit erzählen ältere Feuerwehrmänner  immer wieder wahre „Heldengeschichten“. Die Statistik verzeichnet für die beiden Jahre mehr als 130.000 Einsatzstunden.

Kurt Zuegg führte den Verband bis 1988. Er war von 1974 bis 1978 auch Landes-feuerwehrkommandant-Stellvertreter.

Neuzeit

In den Jahren von 1988 bis 2006 stand OBR Draxl Ferdl den Osttiroler Feuerwehren als Bezirkskommandant vor. Sein vorrangiges Anliegen war es, den Mitgliedern der Feuerwehren im Bezirk die bestmögliche, den neuen Anforderungen entsprechende Ausbildung angedeihen zu lassen.

Auch der Unterstützung der Kommandanten und Bürgermeister beim Neubau von zeitgemäßen Gerätehäusern und bei der Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten galt großes Augenmerk. Heute steht man bei allen Feuerwehren Osttirols weitestgehend am Stand der Technik. Der große Erfolg dieser Bemühungen war vor allem auch durch die massive Unterstützung des früh verstorbenen Landesfeuerwehrinspektors a. D. Ing. Willi Gruber und des in der Zeit für die Feuerwehren in Tirol politisch zuständigen Landesrates Konrad Streiter möglich. Beiden war viel Respekt für die Besonderheiten des Bezirkes und viel Verständnis für die Anliegen der Osttiroler Feuerwehren gemeinsam.

Als weiteres Highlight der 18 Jahre unter dem Kommando von OBR Draxl gelten der Aufbau und die Pflege einer besonderen Freund-schaft zu den Feuerwehr-Nachbarn aus Südtirol und Kärnten. Der Austausch von Erfahrungen und aktive Kameradschaft über die Grenzen hinweg hatten und haben nach wie vor hohen Stellenwert.

 

2006 ging das Kommando an OBR Herbert Oberhauser über. Heute gehören dem Bezirksfeuerwehrverband Lienz 38 Freiwillige Feuerwehren und 2 Betriebsfeuerwehren mit insgesamt 3204 Mitgliedern an.